Sozialarbeit

Seit Januar 2003 arbeitet Martin Lempp als Schulsozialarbeiter in der FRS. Er ist beim Brückenhaus e.V. in Kirchheim angestellt und ist zu 50% an der FRS und zu weiteren 50% in der Gemeinwesenarbeit tätig. Am Schuljahresende 18/19 wird er in die Rente gehen. Die Suche nach einem/r geeigneten Nachfolger/in hat bereits begonnen.

Vorstellung der Schulsozialarbeit:

Kinder und Jugendliche kommen immer als ‚ganze Menschen‘ in die Schule. Das heißt, sie bringen nicht nur ihren Wissensdurst, sondern ihre gesamte Persönlichkeit mit ihren Ressourcen, Emotionen, Bedürfnissen, guten und schwierigen Erfahrungen aus früheren Schulen, aus der Familie oder aus all den neuen ‚Wissensquellen‘ (neue Medien) mit. Damit treffen sie auf ihre Klassenkameraden, die ebenfalls eigene Persönlichkeiten sind, ihren eigenen Kopf haben und ihre Gefühle mitbringen. Und alle stehen vielfältigen Anforderungen und Herausforderungen gegenüber. Erst geht es darum einen geeigneten Platz in der völlig neuen Umgebung der weiterführenden Schule zu finden, später geht es um die chaotische Baustelle Pubertät und schließlich um die Frage, was soll einmal aus mir werden und damit verbunden, die Frage nach der beruflichen Zukunft. Und dann ist da ja auch noch die Schule, die einen Bildungsauftrag hat.
Viele Kinder kommen mit der Situation, auch wenn es mal aus irgendeinem Grund schwierig wird, sehr gut zu recht. Manche brauchen Hilfe  

Wir Erwachsenen begleiten die Kinder auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden. Auch wir spüren immer wieder, dass es alles andere als einfach ist, uns auf unsere Aufgaben konzentrieren zu können, da auch wir (hoffentlich) als ganze Menschen unterwegs sind. Wir hatten lediglich mehr Zeit, um unsre Erfahrungen zu sortieren und uns damit adäquater zu verhalten.

Wir sind den Kindern Vorbilder. Kinder lernen von uns, vor allem, wenn sie spüren, dass wir authentisch sind und dass wir uns begeistern können, für das, was uns wichtig ist.
Als professionelle Pädagogen (paidagogos, griechisch, bedeutet Kinderbegleiter) beschäftigen wir uns mit den Hoffnungen, den Schwierigkeiten der Kinder und mit ihren Fragen. Wir erarbeiten mit ihnen z.B. die wichtigsten Verhaltensregeln, die für die Schule gelten, die aber genauso für alle gelten, weil es Menschenrechte sind. Wir bieten Unterstützung für alle, die sich in Konflikten verfangen haben und alleine keinen Ausweg mehr finden. Wir konfrontieren die Kinder und Jugendlichen mit dem, was auf sie zukommen wird. Wir helfen ihnen Visionen für ihre Zukunft zu entwickeln. Und wir machen den Kindern und Jugendlichen niederschwellige Angebote z.B. im Billardzimmer, beim Origamifalten, bei Radtouren oder in der Jungengruppe. Zusammenfassend kann man sagen, es geht um ein Beziehungsangebot und um die Unterstützung, sich in der Welt zurechtzufinden, selbstwirksam zu werden

Unsere Arbeit findet in einer realen Welt statt, die nicht nur die Schule, sondern auch die Kinder und Jugendlichen und selbstverständlich auch uns Erwachsene prägt und täglich verändert. Die Schule muss die Schüler und Schülerinnen nach festgezurrten Regeln ausbilden. Es muss benotet werden, es müssen Themen unterrichtet werden, die nicht immer die aktuelle Lebenswelt der Kinder treffen. Und die Klassen sind meist zu voll. Eltern haben manchmal total konträre Vorstellungen davon, wie Schule sein soll, was sie den Kindern beibringen soll. Die Wirtschaft wünscht sich brauchbare Arbeitnehmer. Und keiner kann genau sagen, wie die Welt aussehen wird, wenn die Kinder die Schule verlassen. 65% der heutigen Berufe hat es noch nicht gegeben, als wir 1960 in die Schule kamen. Und diese Entwicklung geht genau so weiter. Nicht für die Schule lernen wir, sondern für das Leben, heißt es. Dabei ist es höchst spannend und offen was das Leben, das wir Erwachsenen gestalten für unsere Kinder mit sich bringen wird.

Mit dieser hier beschriebenen Haltung findet die konkrete Arbeit der Schulsozialarbeit an der FRS statt, werden Beratungs- und Konfliktlösungsgespräche geführt, wird den Kindern eine wertschätzende Atmosphäre entgegengebracht, wird versucht Eltern und das Kollegium mit ins Boot zu holen, wird auch nach Lösungen in harten Konflikten gesucht.
Es geht also um Intervention und Prävention, die sich an schon geschehenen oder vorhergeahnten Konflikten orientieren. Es geht aber auch darum Kinder damit auszustatten, was ihnen guttut (Selbstsicherheit, Schaffensfreude, Neugierde) und letztlich auch darum, die Schule zu einem Ort weiterzuentwickeln, der sich am Wohl der Kinder (und der ganzen Schulgemeinschaft) orientiert.

Martin Lempp…
… wünscht sich eine gute Zusammenarbeit mit der Schule und den Eltern, weil die Schule kein Abstellplatz für Kinder ist und nur gut arbeiten kann, wenn diese Kooperation gut klappt 
… organisiert für die 5er und 6er Klassen Paten und Patinnen aus den 9ten Klassen.
 … veröffentlicht das Monatsblatt der FRS, das in der Schulhomepage gelesen werden kann.
 … bietet Freizeitaktivitäten (z.B. Radtouren oder einen Jungentreff) an.
 … ist in der Suchtprävention aktiv.
 … führt, zusammen mit Lehrerinnen ein Sozialtraining durch.
 … ist Ansprechpartner für Kinder, Eltern und Kollegium bei Problemen und Konflikten. Dabei ist er neutral und unterliegt der Schweigepflicht. Die Beratung und Konfliktbearbeitung (Mediation) beruht auf Freiwilligkeit
… kooperiert mit der Gemeinwesenarbeit in Kirchheim.  … hat Interesse an der Weiterentwicklung der Schule, die sich am Wohl der Kinder orientiert.



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